Das Apollo-Sojus-Test-Projekt (ASTP)
Die Vorbereitungen


Feierliche Vertragsunterzeichnung am 24. Mai 1972: US-Präsident Richard Nixon (links am Tisch) und UdSSR-Ministerpräsident Alexej Kossygin besiegeln das Apollo-Sojus-Projekt. Links hinter Kossygin stehend KPdSU-Parteichef Leonid Breschnew.
Foto: NASA

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Die Mission vom 15. bis 24. Juli 1975

11-02-2014

Drei Jahre lang Absprachen, Training, Sprachkurse

Der mühsame Weg zu einer Gemeinsamkeit

 

Von Christel Heybrock

 

Die beiden politischen Blöcke hatten damals die Welt fast untereinander aufgeteilt – die USA hier, die UdSSR (Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken) dort. Ost und West. Giganten, die einander belauerten, verdächtigten und in einem „Kalten Krieg“ bekämpften, Agenten beider Seiten bespitzelten einander, Propaganda hier wie dort gaukelte der Bevölkerung das jeweils bessere politische und soziale System vor. Mit den Apollo-Mondlandungen hatten die USA dem Gegner im Osten die lange Nase gezeigt, während die Russen mit ihrer Saljut-Raumstation ein Programm entwickelten, mit dem sich Menschen dauerhaft in der Erdumlaufbahn aufhalten konnten.

 

In einer spektakulären Aktion trafen Vertreter der beiden Erzgegner dennoch einmal im All zusammen – im Juli 1975 koppelte ein Apollo-Raumschiff mit drei Astronauten an einem mit zwei Kosmonauten besetzten Sojus-Raumschiff an. Das „Apollo-Sojus-Test-Projekt“ (ASTP) dauerte rund neun Tage und sollte der Welt vorführen, dass man ja im Grunde friedlich gesonnen sei und über die Gräben unterschiedlicher Systeme hinweg einander die Hand reichen wollte. Vonseiten der USA war sicher auch technische Neugier im Spiel – wie war das mit dem Andocken zweier Raumschiffe im All, wenn die technischen Systeme so verschieden waren? Im Hinterkopf hatten die Planer wohl damals schon eine internationale Raumstation, die freilich erst viel später realisiert werden konnte – sie sollte mal „Freedom“, mal „Alpha“ heißen und firmiert heute schlicht unter „ISS“ (International Space Station). Dass in der Erdumlaufbahn irdische Feindschaften absurd werden, das scheint denn doch so manchem politischen Kopf schon damals gedämmert zu haben. NASA-Astronaut Vance Brand erzählt in seinem Interview des Oral-History-Projekts, dass es bereits in den sechziger Jahren über das State Department einerseits und die russische Akademie der Wissenschaften andererseits Kontakte zwischen russischen und amerikanischen Astronauten gegeben habe, dass aber beide Völker einander als „aggressive Ungeheuer betrachtet hätten und nun plötzlich nett zueinander sein sollten.

 

Was bei Apollo-Sojus heraus kam, war auch nicht das Ende des Kalten Krieges, insofern lässt sich über den Sinn des aufwändigen Projekts streiten, das seinerzeit Kritiker auf beiden Seiten fand. So warnten amerikanische Bedenkenträger, man dürfe den Sowjets nicht so weit entgegenkommen, die bösen Russen würden am Ende nur die amerikanische Technik ausspionieren. Die lieber im Geheimen operierenden Russen ihrerseits hatten Probleme mit der publikumswirksamen Offenheit der Amerikaner, die natürlich weltweite Fernsehübertragungen der Mission wünschten und dann auch durchsetzten – es war tatsächlich das erste Mal, dass ein russischer Raketenstart sowie die Landung der Kosmonauten im Fernsehen übertragen wurde. Die russischen Geheimhaltungswünsche waren im Vorfeld so weit gegangen, dass sie ihre Kosmonauten erst ein halbes Jahr vorm Start bekannt geben wollten, während die Amerikaner mindestens zwei Jahre vorher wissen und festlegen  wollten, wer an der Mission teilnehmen würde. Die fünf Raumfahrer selber hatten womöglich den größten persönlichen Gewinn an dem Projekt, indem sie über alle Spannungen hinweg aneinander Freunde fanden und hinüber wie herüber entdeckten, dass sie jenseits der Machtblöcke einfach nur Menschen waren – ziemlich besondere Menschen allerdings, taffe Männer mit guten Nerven, ebenso technisch versiert wie risikobereit, was den Einsatz ihres Lebens betraf:

 

Alexeij Leonow– Sojus-Kommandant

Valerij Kubassow– Sojus-Flugingenieur

Thomas Stafford– Apollo-Kommandant

Vance Brand– Apollo-Pilot für das Kommando- und Service-Modul

Deke Slayton– Pilot des Docking Moduls und Spezialist für das Elektriksystem des Kommando- und Service-Moduls

 

Der Vertrag für die ost-westliche Kooperation war am 24. Mai 1972 von US-Präsident Richard Nixon und Sowjet-Ministerpräsident Alexej Kossygin in Moskau unterzeichnet worden. Im Vertrag wurden als Ziel der Kooperation unter anderem genannt:

- der Austausch von Mondmaterial der Apollo- und der Luna-Programme

- der Austausch von Klimadaten aus der binationalen meteorologischen Forschung

- sowie der Austausch medizinischer Daten über das Verhalten des menschlichen Organismus im Orbit.

Anvisiert waren aber auch gemeinsame Missionen in der Zukunft und eine verbesserte Sicherheit zukünftiger bemannter Raumflüge. Auch die Bodenstationen in Houston/Texas und Moskau sollten bei dem Projekt Erfahrungen sammeln – die Kommunikation lief in Echtzeit über den US-Satelliten ATS-6 (Applications Technology Satellite), der sich im erdsynchronen Orbit bei 35.900 km Höhe über Kenia befand und 55% der Verbindungen sowie die Fernseh-Life-Übertragung in Farbe leisten konnte.

 


Das zweisprachige Bordhandbuch, das sich heute im Kosmonautenmuseum Moskau befindet.
Foto: BerndvdB/Wikimedia commons

 

Auf beiden Seiten wurde die Crew nach Vertragsabschluss drei Jahre lang intensiv auf die Mission vorbereitet, und das betraf beileibe nicht nur die Aktivitäten während der neun Tage im All. Die Russen mussten Englisch, die Amerikaner Russisch lernen, vorgeschrieben war ihnen die Kommunikation in der jeweils fremden Sprache, obwohl das Bordhandbuch ohnehin zweisprachig war. Dass Alexej Leonow später augenzwinkernd bemerkte, im Grunde seien an Bord drei und nicht zwei Sprachen gesprochen worden, zeigt den lockeren, entspannten Ton zwischen den Ost-West-Kollegen: Die Russen hatten nämlich Probleme, Thomas Staffords Russisch zu verstehen, der Amerikaner kam einfach nicht aus seinem breiten Oklahoma-Dialekt heraus – Stafford habe, so Leonow, eher „Oklahomski“ als Russisch gesprochen. Tatsächlich hatte wohl Stafford, der ohnehin ein großer Nuschler war, die meisten Probleme mit der fremden Sprache. Irgendwann scheint er verblüfft festgestellt zu haben, dass die Russen besser Englisch sprachen (sie hatten jeder einen eigenen Englischlehrer) als die Amerikaner Russisch. Er sah ein, dass die Russischlehrerin aus dem State Department nicht ausreichte und orderte vier Russischlehrer an, die jedem Astronauten rund um die Uhr zur Verfügung stehen sollten.

 


"Ja, wo sind sie denn?" fragen sich die NASA-Astronauten Tom Stafford, Vance Brand und Deke Slayton (von rechts), die auf ihrer Apollo sitzen, Stafford mit dem Lasso in der Hand, um die Sojus einzufangen. Die Karikatur stammt von Sojus-Kosmonaut Alexej Leonow, der als bewährter Scherzkeks und routinierter Maler/Zeichner zwölf Tage vor Missionsstart zum Aquarellpinsel gegriffen hatte.
Foto:
NASA/Leonow

 

Hinüber und herüber gab es im Vorfeld auch ein mehrere Wochen dauerndes Kulturprogramm. So wurden die Amerikaner, die unter anderem im Sternenstädtchen in der Nähe von Moskau trainierten, mit Russlands kulturellen und historischen Leistungen vor Ort bekannt gemacht, und die Russen ihrerseits wurden in USA mit Barbecue, Disneyland und amerikanischer Kultur konfrontiert. Vance Brand berichtet, er sei vor der Mission viermal in der Sowjetunion gewesen – dreimal für jeweils drei Wochen Training und einmal im Sommer mit einem ausgedehnten Besuch der Sojus-Startanlagen in Baikonur (wohin die Sowjets die NASA-Männer aus Geheimhaltungsgründen im Nachtflug hinbrachten, damit der Ort nicht lokalisiert werden konnte) sowie im Rahmen des Kulturprogramms in Samarkand, Leningrad, Kaluga (wo das Weltraummuseum besucht wurde) und in Zagorsk, dem Zentrum der russisch-orthodoxen Kirche. Thomas Stafford seinerseits erzählte im Oral-History-Interview, er und seine drei Landsleute seien bei den Besuchen in der UdSSR völlig abgeschirmt worden, sie hätten im Intourist-Hotel gewohnt und seien jeden Morgen mit einem von der Polizei eskortierten Bus zum Training in die Star City gefahren worden – bis dort endlich auch ein Hotel für ausländische Astronauten errichtet wurde. Insgesamt sei den Amerikanern ständig der Geheimdienst auf den Fersen geblieben.

 

Der Aufenthalt in Baikonur enthielt praktische Informationen über das Sojus-System, wobei die Amerikaner ausprobieren konnten, ob sich im sowjetischen Raumschiff ihre Kameras und anderen Geräte anschließen ließen – danach gab’s eine Party im Mongolenzelt mit Bier und Schafsaugen, und die NASA-Kollegen durften in Mongolenkostümen auf Ponys reiten. Schließlich pflanzten sie auch noch Bäume zur Erinnerung, aber Brand konnte seinen Baum bei einem späteren Besuch nicht wieder finden. In Wladimir, der Geburtsstadt ihres Kosmonauten-Kollegen Valerij Kubassow, bekamen die Amerikaner historische Informationen über die Goldene Horde und den Mongolensturm – es scheint die Männer von der anderen Seite des Globus sehr beeindruckt zu haben. Jedes Mitglied an der Mission absolvierte rund 2000 Trainingsstunden, wovon 700 Stunden allein auf die binationalen Aktivitäten entfielen, darunter auch auf die unterschiedlichen Sicherheitsvorkehrungen und das Verhalten in Notfällen wie beispielsweise einem Feuerausbruch oder einem Druckabfall in der Kabine. Wie komplex das ganze Unternehmen war, wird deutlich aus den Haupt-Trainingsthemen:

 

- Astronauten und Kosmonauten mussten über die beiden Systeme der Apollo und der Sojus informiert werden, einschließlich ihrer Funktionsmöglichkeiten und möglicher Veränderungen

- Amerikaner wie Russen absolvierten dreimal Besuche von je drei Wochen im jeweils anderen Land

- die Amerikaner wurden vertraut gemacht mit dem Startvorgang der Saturnrakete, mit Countdown, Sicherheit, Flugdynamik, möglichen Fehlfunktionen und Rettungsbedingungen

- eine fundamentale Rolle spielten natürlich die Missionsaufgaben, die über das Rendezvous im All hinausgingen wie zum Beispiel die Erdbeobachtung mit einer speziellen Kameraausrüstung

- intensives Training galt dem Piloten bei allen Flugvorgängen unter normalen wie unter Notfallsituationen

- anhand von Nachbildungen wurde die Anordnung von Apparaturen und der Umgang mit der technischen Ausrüstung im Raumschiff geübt

- ein Dauertraining musste hinsichtlich des umfangreichen wissenschaftlichen Programms mit einer Reihe von Experimenten absolviert werden

- die Amerikaner, wenngleich alle erfahrene Piloten, übten mehr als 300 Stunden am Simulator des Kommando-Moduls, vor allem die bevorstehenden Loopings und Flugmanöver im Orbit mussten wie im Schlaf sitzen, aber auch die Kommunikation mit den jeweiligen Bodenstationen in Houston und Moskau

 - die Amerikaner mussten sich zudem auf die Landung im Pazifik und den Ausstieg aus ihrem Modul auf ein Floß vorbereiten – geübt wurde dafür in einem Tankraum im Johnson Space Center in Houston

- Ausstiegsübungen gab es aber auch für die Startphase auf der Landebahn falls der Start abgebrochen werden musste wegen Feuer, Energieausfall oder einen anderen unvorhergesehenen Zwischenfall; auch dafür gab es einen Simulator

- im Apollo-Cockpit gab es eine Feuerschutzausrüstung, mit der die Astronauten sich vertraut machen mussten

- und schließlich war da noch das All mit der Notwendigkeit einer Orientierung außerhalb der Erde; zu diesem Zweck gab es einen Simulator des Apollo-Kommando-Moduls mit einer Himmelskugel und den 37 Navigationssternen des Apollo-Computers

 

Zur Ausrüstung der Apollo-Crew gehörte unter anderem ein Überlebenspaket mit zwei Rucksäcken, in denen sich Sonnenbrillen, Entsalzungsanlage, Wasservorräte, Allzweckmesser, Decken, ein 13-Mann-Floß mit Kohlendioxid-Aufblasanlage, Funkbaken, ein Anker, ein Flaschenzug und diverse andere Rettungsutensilien befanden. Das ganze Paket sollte drei Männern für 48 Stunden nach einer Landung zu Land oder Wasser das Überleben garantieren. Für Gesundheitsprobleme im Orbit war aber auch vorgesorgt; im Kommanodo-Modul befanden sich in zwei Behältern Augentropfen, Fieberthermometer, Antibiotika, Pillen und Spritzen gegen Verstopfung, Herzprobleme, Schlafstörungen sowie Hustensirup. Zur persönlichen Hygiene standen außer Zahnbürsten, Rasierzeug, Seife und Kämmen vor allem Feucht- und Trockentücher zur Verfügung – Duschen in der Schwerelosigkeit wäre einer Katastrophe gleichgekommen und hätte das Raumschiff unbrauchbar gemacht, zumindest innen, ebenso mussten die Ausscheidungen der Astronauten in speziellen Behältern gesammelt und entsorgt werden.

 


Das neue Koppelungssystem APAS-75, speziell entwickelt für das Rendezvous von Apollo und Sojus. Beide hatten zwar bereits eigene Koppelungssysteme, aber die passten nicht in das jeweils andere System. Die Abbildung rechts zeigt die ausgefahrene aktive Einheit, links die passive Einheit. Jede Einheit konnte sowohl die aktive als auch die passive Rolle übernehmen. Die Zeichnung wurde einer NASA-Dokumentation über russische Raumfartsysteme entnommen (NASA Reference Publication 1357).
Foto: NASA

 

In der Planungsphase stellten sich immer wieder Probleme beim Miteinander zweier unterschiedlicher Mentalitäten heraus, aber auch der Umgang mit zwei unterschiedlichen technischen Systemen machte das Unternehmen nicht einfach, so dass einfallsreiche Ingenieure beiderseits eine Menge Arbeit hatten. Das Andocken des Apollo-Raumschiffs (das nach den Mondmissionen nun zum letzten Mal eingesetzt wurde) an das Sojus-Raumschiff war als aktiver Vorgang Aufgabe der Amerikaner, die mit zwei Komponenten, montiert auf eine Saturn IB-Rakete, in die Umlaufbahn starteten: dem Command/Service-Modul und dem Docking-Modul. Dessen Docking-Mechanismus war zwar kompatibel mit dem Command/Service-Modul, nicht aber mit der Sojus-19 der Sowjets, so dass ein neuer Adapter entwickelt werden musste, damit die Systeme ineinander passten. Das Zauberwort hieß APAS (Androgynous Peripheral Attach – oder Assembly – System) und bedeutete, dass die Adaptermechanismen sowohl aktiv als auch passiv („männlich“, also eingreifend, und „weiblich“, nämlich aufnehmend) mit dem Docking-Modul verbunden werden konnten. APAS-75 wurde von der NASA und der sowjetischen Akademie der Wissenschaften (unter Leitung von Wladimir Syromjatnikow) speziell für die Apollo-Sojus-Mission entwickelt. Das amerikanische Docking-Modul hatte daher an einem Ende das normale Apollo-Docking-System, am andern Ende trug es das zur Sojus-19 passende APAS-System, mit dem nicht nur das An-, sondern auch das Abdocken der beiden Raumschiffe möglich war, denn jeder APAS-Ring ist mit jedem anderen APAS-Ring kompatibel, beide enthalten sowohl eine eingreifende als auch eine aufnehmende Funktion. Die Sowjets setzten APAS-75 für insgesamt fünf Sojus-Missionen ein, die ersten drei als Test, das letzte für Sojus-22. Für die Apollo-Sojus-Mission funktionierte der Koppelungsprozess so, dass sich an der Apollo ein ausziehbarer Führungsring befand mit drei blütenblattähnlichen Führungsplatten, drei Einfangklinken und sechs hydraulischen Dämpfungsgliedern, die eine Beschädigung der Sojus beim Einfangen verhinderten. Nach dem Einfangen zog sich der Führungsring zurück und ein Drucksystem verriegelte beide Luftschiffe miteinander.

 

Das Docken war nicht das einzige Problem, das überwunden werden musste. Auch die atmosphärischen Verhältnisse der beiden Raumschiffe waren verschieden – die Amerikaner hatten reinen Sauerstoff bei einem Druck von 34% der Erdatmosphäre an Bord, während die Russen mit einem Sauerstoff-Stickstoff-Gemisch die Luft- und Druckverhältnisse auf dem Erdboden simulierten. Ohne eine Luftschleuse im amerikanischen Docking-Modul, in dem der Sojus-Atmosphärendruck auf 68% der Erdatmosphäre herunter gefahren wurde, hätten die beiden Mannschaften einander kaum besuchen können. Der Schleusenmechanismus verhinderte zudem, dass die Orbital-Atmosphären in den beiden Raumschiffen selbst hätten verändert werden müssen. Und auch das ließ sich endlich lösen – dass die Mentalität hinter den beiden technischen Systemen nicht übereinstimmte. Während die Sowjets in der Raumfahrt möglichst auf automatische Funktionen setzten und der Crew den Umgang mit der Technik relativ einfach machten (sozusagen pro Funktion ein Knopf zum Bedienen), wurden die NASA-Astronauten bis in letzte Details ausgebildet und hatten erheblich mehr technische Verantwortung. Von sowjetischer Seite wurde kritisiert, dass die amerikanischen Systeme überaus komplex und gefährlich seien, während die Amerikaner es gerade als vorteilhaft empfanden, dass ihre ausgefeilte Technik in Notfällen den Astronauten immer noch alternative Bedienungsmöglichkeiten bereit hielt. Im übrigen dürfte die „primitivere“ sowjetische Ausstattung (die für die Kosmonauten nicht weniger lebensbedrohlich war) vielleicht auch mit geringeren finanziellen Ressourcen der Sowjets zusammen hängen.

 

Wie auch immer - das Experiment gelang, Millionen Menschen weltweit konnten das Ereignis (wenn auch in damals noch recht mangelhafter Bildqualität) im Fernsehen verfolgen, und es war ein Grundstein gelegt für die viel spätere internationale Zusammenarbeit an ehrgeizigen Projekten der bemannten Raumfahrt. Vorerst freilich ging trotz des zur Schau getragenen guten Willens der Kalte Krieg noch mehr als ein Jahrzehnt weiter.

 

Infos:

- Dossier zur ASTP-Mission mit Literaturangaben: http://www.jsc.nasa.gov/history/astp.htm, darin „The Partnership: History of the Apollo-Soyuz Test Project“ (http://www.hq.nasa.gov/office/pao/History/SP-4209/cover.htm).

- Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/ASTP

- http://en.wikipedia.org/wiki/Apollo%E2%80%93Soyuz_Test_Project

- Zu Dockingsystemen u.a. technischen Details sowjetisch-russischer Raumfahrt: David S. F. Portree, "Mir Hardware Heritage", NASA RP 1357, http://ston.jsc.nasa.gov/collections/TRS/_techrep/RP1357.pdf

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