Claus Stolz

 


Als Forscher auf den Spuren der Zeit: Fotokünstler Claus Stolz

 

URL dieser Website: http://www.kunstundkosmos.de/Fotografie/StolzClaus.html

 

"Kunst und Kosmos" dankt Claus Stolz für die freundliche Genehmigung zur Reproduktion seiner Arbeiten auf dieser Seite.

 

Sitemap

Übersicht Fotografie

 

Claus Stolz - Die Sunburns

 

10-06-2009

Zeit – die unfassbare Instanz

Der in Mannheim lebende Claus Stolz hält uns vor Augen, was man nicht sehen kann

 

Von Christel Heybrock

 

Wer ein Foto schießt, produziert damit (unter anderem) die Täuschung eines kurzfristigen Stillstands. Aus dem unaufhaltsamen Fließen der Zeit pickt man den Bruchteil einer Sekunde heraus und macht ihn potentiell zur Ewigkeit. Das ist der heimliche Grund dafür, dass wir Tante Elfriede, unser Baby, unsere Eltern und Freunde immer von Neuem fotografieren: Wir halten ihre Veränderungen fest. Und es ist auch der heimliche Grund dafür, dass die Profi-Fotografen, besonders die mit den künstlerischen Ansprüchen, nicht mehr aufhören können, wenn die Leidenschaft sie einmal gepackt hat – die Wirklichkeit schreitet immer weiter fort, man könnte, ja man müsste eigentlich jeden Bruchteil einer Sekunde im Foto einfangen.

 

Bei dem 1963 in Mannheim geborenen und dort lebenden Claus Stolz ist das auf den ersten Blick genauso, im Grunde aber auch wieder ganz anders. Stolz entreißt dem Fluss der Zeit nicht einzelne Momente, sondern dokumentiert das Fließen selbst, womit er das Medium Fotografie an seiner Basis ausreizt und zugleich seine Grenzen erweitert. In bestimmten Themenkomplexen zeigt er uns den Faktor Zeit als etwas, was wir nicht fühlen, nicht greifen, aber plötzlich bewusst sehen können – und was noch dazu von erstaunlichem ästhetischem Reiz ist. Auf drei Ebenen spielt sich seine Fotografie ab: auf dem Boden, am Himmel und zwischen Menschen. Schon diese wahrscheinlich gar nicht rational von ihm festgelegte Dreiteilung der Perspektive deutet an, dass es sich bei ihm um einen Mann mit ungewöhnlichen Zielen handelt. Die Menschen, alleiniges Thema so vieler großer Fotokünstler, äußern sich bei ihm durch kaum wahrnehmbare Bewegungen und bilden nur die mittlere Blickebene zwischen dem, was auf dem Erdboden zu entdecken ist, und dem, was sich am Himmel abspielt. Von der Menschenmitte aus (die bei Stolz eigentlich kein Zentrum ist, sondern von ihm als gleichwertig mit den beiden anderen Ebenen aufgefasst wird) wird der Blick also um jeweils 90 Grad nach unten oder 90 Grad nach oben gekippt. Sehr kühl mutet das an, sehr systematisch und konzeptionell ... und es erweist sich im Ergebnis als faszinierend, voller Schönheit und mitunter sogar als witzig.

 


Cover des Ausstellungs-Katalogs von Claus Stolz im Jahr 2000 im Mannheimer Kunstverein. Das Foto zeigt das "Wiesenstück #12" von 1997 - Pflanzen als gelebte Zeit.

 

Eigentlich spielt es keine Rolle, von welchem Standpunkt aus man sich die künstlerische Forschungsarbeit von Claus Stolz erschließen will. Man kann zum Beispiel einfach mit dem Boden anfangen – für viele Betrachter sind das vielleicht die reizvollsten Ansichten, weil sie technisch so frappierend perfekt und dabei zugleich fremd und vertraut anmuten. Bei den „Wiesenstücken“, den „Waldböden“, dem „Brachland“ breitet sich auf Originalformaten von 140 x 176 cm eine solche Fülle gestochen scharfer Hälmchen, Blättchen und Erdkrümel aus, dass man fast glaubt, den Duft von Erde, Gras und Gänseblümchen riechen zu können. Nun waren die Original-C-prints zwar im Jahr 2000 einmal im Mannheimer Kunstverein ausgestellt und sind, wenn überhaupt, den meisten Betrachtern nur in Reproduktionen zugänglich – mit etwas Konzentration leidet die Seh-Erfahrung aber nicht unter kleineren Formaten. Auf jeden Fall gewinnen die Ansichten des Erdbodens eine solche Präsenz, dass man zum ersten Mal bewusst zu sehen glaubt, über welch aufregende Welt man bisher achtlos hinweggegangen ist.

 

Inwiefern aber Claus Stolz gerade hier Zeitabläufe sichtbar macht, wo sich doch alles still und unbeweglich, ja fast in einer nervenberuhigenden Dauer vor dem Auge ausbreitet? Je länger man hinsieht, desto deutlicher wird man auch als gestresster Großstädter die Wachstumsphasen der Pflanzen wahrnehmen, die sich hier gegen die verrottenden Reste der Vorjahre durchgesetzt haben. Die Schichten trockener Grashalme bilden in ihrer Verfilzung fast ein Polster, das von frischen grünen Spitzen durchbrochen wird ... und dass just die wiederum in wenigen Monaten die braunen Filzschichten abgestorbener Halme vergrößern werden, ist auch sicher. Selbst die Konkurrenz von Pflanzen untereinander wird deutlich, etwa wie einige wenige Grashalme sich gegen bodendeckenden Klee wehren. Und dann erst so etwas: ein toter Vogel. Reste menschlicher Anwesenheit wie eine leere Flasche, ein neckisches Brillenetui. Zeit? Hier ist jemand gewesen und hat seinen Müll hinterlassen. Hier hat ein Tier gelebt, das zerfallen wird. Claus Stolz hat diese Ansichten nicht explizit gesucht, er hat nur nach unten geblickt und dokumentiert, dass der Boden voll Leben und voller Dramen ist.

 


Titelseite aus der Serie "München". Die Sequenz vom Oktoberfest aus dem Jahr 2006 besteht aus 246 Aufnahmen mit fest positionierter Kamera (wegen des Besucherandrangs musste Stolz hier auf ein Stativ verzichten!), die im Abstand von jeweils einer Sekunde eine Belichtung vor einem Karussellbetrieb machte. Auf dem "Tagada"-Karussell werden die Besucher per Druckluft herumgeschleudert, wobei sich zufällig Erkenntnisse über den Umfang bayerischer Frauenbeine ergaben.

 

Es gehört überhaupt zu seiner Arbeitsauffassung, dass er Motive nicht nach einer gängigen Attraktivität sucht und auswählt, sondern mit der Kamera fragt, was sich einfach vor seiner Nase abspielt. So wie sein Blick auf den Boden fällt, so fällt er geradeaus auf die Menschen, wobei Stolz inzwischen noch systematischer vorgeht: An bestimmten belebten Stellen („normalerweise entscheide ich nach Gefühl: wo viele Menschen beisammen sind, passiert ja auch gerne was Eigenartiges“) postiert er seine Kamera auf dem Stativ und lässt sie eine Viertelstunde lang automatisch jede Sekunde eine Aufnahme machen. (Stolz: „Auf eine 4-GB-Speicherkarte passen dann etwa 1000 Aufnahmen in Folge drauf.“) Erstaunliches kommt dabei heraus, nämlich eine menschliche Feinmotorik, die wir normalerweise gar nicht wahrnehmen. Stolz hat seine Erkundungsarbeit in New York, an einer Brücke und auf dem Markusplatz in Venedig sowie auf dem Münchner Oktoberfest betrieben, wobei das Karussell in München An- und Einblicke von Seltenheitswert gewährt. In diesem Fall war der Andrang vor der Vergnügungsstätte so groß, dass Stolz nicht einmal ein Stativ aufstellen konnte, sondern aus der Hand fotografieren musste - was man aber dem Ergebnis kaum anmerkt. Das Karussell ist ein „Tagada“, eine runde Drehscheibe mit Sitzbänken und Haltegriffen am Rand, und die Gäste, die sich sitzend festhalten müssen, werden zu ihrer Gaudi per Druckluft herumgeschleudert. Die meisten weiblichen Passagiere waren so klug, diese Apparatur in Jeans oder anderer Hosenbekleidung zu nutzen, nur eine einheimische Person wagte sich im Dirndl hinauf ... mit verheerenden, wenn auch erkenntnisträchtigen Folgen, was den ungeahnten Umfang bayerischer Frauenbeine betrifft.

 

Auf dem Markusplatz in Venedig freilich präsentierte ein männliches Wesen vor der Kamera sein Missgeschick. Der junge Mann dachte sich beim Taubenfüttern eine besonders attraktive Pose aus und streute sich das Futter auf die Schulter. Dort freilich blieben die Tauben nur kurz sitzen, ihre Hinterlassenschaft jedoch bot Anlass zu langwierigen Säuberungsmaßnahmen... Solche Szenen werden von Stolz natürlich nicht verschmäht, aber was ihn eigentlich interessiert, sind Bewegungsabläufe, die mit der Sekundenschaltung erfasst werden – mit der Filmkamera ließen sie sich gar nicht bewusst machen. Bei einer „New York“-Sequenz, die aus 500 Aufnahmen besteht, ist ein junger Mann zu sehen, der auf einer Verkehrsinsel zwischen zwei Fahrbahnen steht. Er blickt die ganze Zeit gezielt nach rechts, umbraust von Autos, Bussen und Bewegungsunschärfen, im Hintergrund von Bild zu Bild wechselnde Passanten. Der stehende junge Mann wird an seinem Standort zufällig sekundiert von einem bärtigen Schwarzen, der sich auf dem Boden der Länge nach ausgestreckt hat und seinen Hamburger verdrückt. Eine eigenartige Spannung entsteht durch die Kombination dieser drei Elemente: des Stehenden, des Liegenden und des bedrohlichen Verkehrs, der die beiden Männer aber gar nicht irritiert. Von Aufnahme zu Aufnahme ändern sich ihre Posen ganz unwesentlich, der Liegende wirft einmal einen Blick auf den Stehenden, und der macht am Ende einen Schritt nach rechts, wo am Rand eine junge Frau auftaucht, Begleiterin des jungen Mannes, die ihren Freund offenbar fotografiert hat, daher seine konsequent stehende Pose mit dem ewigen Blick nach rechts. Der Fotograf Stolz hat fotografiert, wie sich ein Tourist in New York fotografieren lässt, und die stets in derselben Position fixierte Kamera löst die lange Zeit rätselhafte Szenerie am Ende durch einen kleinen Überraschungscoup, der unerwartet von der Wirklichkeit geliefert wird.

 

Ganz ohne diesen Effekt dagegen die „Venedig“-Sequenz, bei der Stolz die Kamera am Fuß einer belebten kleinen Treppenbrücke platziert hatte. Auf den Stufen sitzt unbeweglich eine verhüllte Bettlerin, die den Touristenströmen ihr Plastiknäpfchen entgegenhält. Die meist jugendlichen Leute scheinen die Kamera gar nicht wahrzunehmen, die Menge brandet unentwegt heran, kommt nah bis zur Unschärfe, verliert sich im Vordergrund und wächst vom Hintergrund her schon wieder nach. Wer will, kann hier eine unerschöpfliche Fülle winziger Überraschungseffekte ausmachen, denn der Kontrast zwischen der statischen Bettlerin, deren Gesicht man fast nie sieht, und den munteren, kommenden und verschwindenden jungen Leuten ist frappant. Mitunter wird die Bettlerin von der Menge so verdeckt, dass sie nur noch teilweise zu sehen ist, einmal ragt sogar beziehungslos ihr gelbes Töpfchen zwischen den Beinen der Leute hervor, während sich im Vordergrund soeben ein knackiges Mädchen in engem Top und bauchfreiem Jeansröckchen aus der Sichtbarkeit verabschiedet: Auch der Kontrast zwischen all den wohlgenährten, sommerlich entblößten Girls und der alten Frau erneuert sich in Variationen immer wieder.

 

Was Claus Stolz in diesen Sequenzen gelingt, ist die ästhetisch wie erkenntnistheoretisch faszinierende Dokumentation einer sonst nicht wahrgenommenen Wirklichkeitsebene. Betrachter, die als Zuschauer solcher Szenen an der Stelle der Kamera stünden, würden sich trotz aller beabsichtigten Distanz als Teil des Geschehens empfinden und die tatsächlichen Veränderungen in dieser Prägnanz nicht bewusst erfahren. Erst der Apparat, der auf die immer gleichen Parameter eingestellt ist, erzeugt die zum bewussten Sehen nötige Distanz und lässt uns den unaufhaltsamen Fluss der Zeit, ihre Unwiederholbarkeit erkennen.

 


Beispiel aus der "Sunburn"-Serie ("Sonne #51" aus dem Jahr 2002). Stolz richtet bei den "Sunburns" die Kamera mit dem Rollfilm direkt auf die Sonne, die hier im Bildzentrum bei relativ kurzer Belichtung das Filmmaterial verschmorte. Die ästhetischen Ergebnisse der "Sunburns" sind verblüffend und von unerschöpflicher Vielfalt.

 

Zeit – wodurch kommt sie zustande? Seit Albert Einsteins Relativitätstheorie versuchen wir zu begreifen, dass Zeit alles andere als eine feste Größe, sondern an den Raum gebunden ist, in dem sie sich abspielt, genauer gesagt an das Gravitationssystem, in dem Himmelskörper sich aufeinander beziehen. Kein Wunder also, dass Claus Stolz, dieser Erforscher der Zeit, schon vor Jahren die Kamera (Gott sei Dank nicht das eigene Auge) gen Himmel richtete und sich dort der Sonne als unserer Zeitgeberin widmete. Was daraus wurde, ist ästhetisch so verblüffend, dass im Jahr 2009 der Kehrer Verlag eine Publikation mit 25 „Sunburns“ von Claus Stolz herausbrachte. „Sunburns“ sind Fotos, die das Medium an der Wurzel packen. Stolz arbeitet da mit traditionellen Filmstreifen und Entwicklerflüssigkeit statt mit der Digitalkamera, und es ist nicht das Licht, das seine flüchtigen Spuren auf dem Zelluloid hinterlässt, sondern die Sonne selbst, die sich ins Filmmaterial einbrennt.

 

Die Kamera wird so positioniert, dass die Sonne in der Mitte der Einstellscheibe erscheint, und dann wird kurz – höchstens bis zu fünf Minuten – belichtet. Da die Erde mit der Kamera sich bei längeren Belichtungszeiten ja weiterdreht, würde die Sonne aus dem Film verschwinden. Aber Stolz hat auch längere „Sunburns“ von bis zu einer Stunde hervorgebracht, auf denen die scheinbare Bewegung der Sonne genau zu erkennen ist. Zu diesem Zweck muss die Sonne zu Belichtungsbeginn am seitlichen Bildrand oder an der oberen/unteren Seitenkante liegen. Bei Mittagsaufnahmen verläuft die Sonnenwanderung waagrecht über den Filmstreifen, bei Vor- oder Nachmittagsaufnahmen zieht das Gestirn eine Diagonalbahn. Natürlich lässt sich bei einstündiger Belichtungszeit nicht abschätzen, ob womöglich Wolken heranziehen und die Sonne verdecken – aber auch das ist auf dem Film zu sehen, als länglicher Streifen inmitten abstrakter Brösel, Splitter und kreisförmiger Löcher.

 


"Sonne #27", eine Filmverschmorung in Negativversion aus dem Jahr 2000. Es handelt sich um eine Langzeitaufnahme am Nachmittag (erkennbar an der Abwärtsbewegung der Sonne), die oben links begann und über eine Zeitspanne mit bewölktem Himmel verlief, bis die Sonne sich unten rechts durchsetzte und das Filmmaterial durchbrannte.

 

Die „Sunburns“ sind eine Zerreißprobe für die Materialschichten, und genau das ist ihre Ästhetik. Stolz hat mit der ungewöhnlichen Kameraperspektive Physik und Schönheit zusammengeführt, jeder „Sunburn“ ist zudem ein unwiederholbares, einmaliges Ereignis. Oft hat die Sonne Löcher in den Film gebrannt, ein brutaler Vorgang, bei dem die Schichten in unterschiedlicher Farbigkeit und mit den zartesten Auswirkungen geplatzt und geschmolzen sind. Manchmal gibt es einen kreisrunden, körnigen Schmauchrand, der weiter innen zu hauchzart abgeblätterten Partien führt und in der Mitte eine dunkle Öffnung von scheinbar unendlicher Tiefe suggeriert (Sonne #60, 2002). Oder es erscheinen feine helle Blasen in gallertartigen Ballungen inmitten eines sanften, blaugrünen Kreises, ein Anblick wie von tierischen Eiablagerungen unter Wasser (Sonne #61, 2002). Bei Sonne #27 (2000) zieht sich ein orangefarbenes Ellipsoid wie im Dunst aus einem kleinen nebligen Kreis heraus und zielt nach unten rechts, wo es in mehreren Stufen verschmort und schließlich weiß aufplatzt: sicherlich eine Nachmittagsaufnahme, zu Beginn war wohl leichte, dann eine Zeitlang dichtere Bewölkung am Himmel, bis der strahlende Fusionsreaktor über unseren Köpfen allmählich freikam und den Film schließlich durchlöcherte. Mit etwas Übung ließe sich bei solchen Aufnahmen wohl auch noch Jahreszeit und Stunde erahnen.

 

Was bei den „Sunburns“ rein handwerklich so simpel anmutet (nämlich einfach die Kamera zur Sonne ausrichten, Belichtungszeit einstellen und fertig), erfordert tatsächlich viel mehr handwerkliches Geschick als normale Fotografie. Selbst die Einstellung der Schärfe will überlegt sein, denn nur bei „unendlich“, also scharfgestellter Aufnahme, gibt die Sonne einen scharf abgegrenzten Kreis. Oberhalb von 30 Sekunden wird der allerdings oval und dann schon länglich, bis sich bei maximal einer Stunde ein langer Streifen von (bei Bewölkung) unterschiedlicher Dichte ergibt. Bei unscharfer Einstellung verteilt sich die Strahlungsintensität dagegen auf eine größere Fläche, und die Beschädigungen der Filmschichten lassen sich später besser vergrößern. Eine fundamentale Rolle spielt die Arbeit mit dem Entwickler, bei der das beschädigte Filmmaterial natürlich noch weiter strapaziert wird. Stolz hat auf einem vierseitigen Papier detailliert aufgelistet, wie er die „Sunburns“ herstellt, und bekennt, dass so manches ausgebrannte Loch erst durch den Entwickler zum Durchbruch kam. Insgesamt ist es eine einzige Tüftelei, die angeknacksten Filmrollen so zu behandeln, dass sie nicht einfach brechen und zerfallen. Von 100 Aufnahmen sind nur zwei bis fünf brauchbar zur Weiterverarbeitung für Scanner und Druck.

 

Die Zeit, ihre Schönheit und Intensität. Stolz nutzt sie als Prozess und als Thema seiner Fotografie. Wer sehen will, wie sie fortschreitet, kommt von den „Sunburns“ nicht los, und wer bisher geglaubt hat, Uhren - oder als künstlerische Medien bestenfalls die Musik oder der Film - seien prädestiniert zur Wahrnehmung von Zeit, sieht hier, dass die Fotografie ihnen an Erkenntnismöglichkeiten überlegen ist. In einem fundamentalen, wörtlichen Sinn ist Claus Stolz ein „Chronist“, ein Forscher eben auf den Spuren von Chronos, der Zeit.

 

Infos:

- Ausstellungskatalog Claus Stolz, “Fotografische Arbeiten”, Mannheimer Kunstverein 2000, Auflage 500 Exemplare

- Homepage von Claus Stolz: http://www.clausstolz.de
- Claus Stolz, “Sunburns”, herausgegeben von Klaus Kleinschmidt, Kehrer Verlag, Heidelberg 2009, 64 Seiten mit 25 Farbabbildungen, ISBN 978-3-86828-066-1, Preis 28 Euro. Eine Vorzugsausgabe mit nummeriertem und signiertem C-Print erschien in einer Auflage von 25 Stück und kostet 180 Euro, www.kehrerverlag.com
- Fotosequenzen aus New York, London, Paris, Mannheim:  http://www.pengmannheim.de/content/wir/alle/claus_stolz/index_ger.html
- Claus Stolz wird vertreten von der Wiesbadener Galerie photonet: www.photonet-online.de 
und der Berliner Galerie Photo Edition Berlin www.photo-edition-berlin.com

kostenlose counter